Was nach 19 Tagen zu Ende ging, ist noch nicht vorbei

Das Finish des DLL ist nun vier Wochen her. Es hat eine ganze Weile gebraucht diese ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Mental war ich mehr platt als körperlich, was nicht heisst das alles rund lief. Unendlich viele Bilder gehen mit immer wieder durch den Kopf. Regenbilder, Bilder von Hitzeschlachten, Bilder von Verpflegungsstationen, Landschaften, neuen Freunden, offenen Füßen, rosa Pfeilen, Zieleinläufen, warmen und kaltem Essen uvm. Nicht wirklich alles war gut an diesem Lauf. Sollte dieser Lauf noch einmal stattfinden kann man den Läufern nur wünschen das der Veranstalter aus diesem Lauf gelernt hat und die Kritik der Läufer und Helfer aufnimmt. Nicht alles was in diesen 19 Tagen ablief ist zu erklären mit "das ist eben Ultra". 

Was war das nun für mich? So viel ist klar: Es war ein einmaliges Erlebnis in meinem Leben. Wie ich im Vorfeld schon geahnt hatte ist diese Straßenrennerei nicht das Richtige für mich. Und trotzdem war es mein ganz persönlicher Lebenslauf. Hier auf der Straße (um das Wort Bundesstraße zu vermeiden) bin ich nicht zu Hause. Asphalt schrubben ist nichts für mich - das bin ich nicht. Und trotzdem habe ich mich an dieses Unterfangen Deutschlandlauf 2017 gewagt. Warum? Na ich wollte wissen ob ich es kann. Ich kann es! Tschaika ! Dieser Lauf war und bleibt eine absolute Bereicherung. 

Diese Bereicherung würde mir garantiert fehlen, wenn ich nicht den bedingungslosen Rückhalt von Familie, Freunden und Kollegen gehabt hätte. Euch gebührt der größte Dank und Respekt. Vor allem Uschi und Peter. Ihr habt mich während dem Lauf so grandios unterstützt, habt mich in der Planungs- und Trainigingsphase und während Verletzungen aushalten müssen und mich nicht wirklich viel zu Gesicht bekommen. Wer solch einen Rückhalt hat, kann fast nicht scheitern. Das verpflichtet. Vielen herzlichen Dank euch allen dafür. Ihr seit die Allerbesten !

Es hat ein paar Tage gebraucht, bis ich verstanden habe, was hier alles passiert war. Ich habe es geschafft. Tag für Tag läuft man einen Ultra und das wichtigste im Kopf ist in den 24h die man Zeit hat essen - trinken - laufen - schlafen. 19 Tage hintereinander. Auf Strava wurde eine Etappe kommentiert „wow cool jeden Tag ultra laufen können“. Einerseits hat mich das sehr motiviert, andererseits dachte ich „wie bescheuert das zu tun“. Ein paar Tage hatte ich echt den Spaß verloren. Dann kam Tag 9 . . . 

Mittlerweile kann ich stolz empfinden das geschafft zu haben. Das hat eine Weile gebraucht. Wohl sicher auch weil ich körperlich mehr geben musste als ich es bis zum Erreichen der Zugspitze bemerkt hatte. Der Fokus voll auf diesen Berg gerichtet. Zwei Tage nach dem Lauf haben mir beide Sprunggelenke angefangen weh zu tun. Hatte ich das vorher vor lauter fokussiert sein nicht wahr genommen? Oder sagt der Körper danach „schau her es hat echt gereicht jetzt“? Vermutlich beides. Die wirkliche Antwort werde ich aber wohl nicht bekommen. 

Ich war voll auf das „Race“ fokussiert und darauf das Ding vernünftig (im Sinne von gesund) nach Hause zu bringen. Nicht „egal was es kostet“ war von Anfang an die Devise. Nein, ich wollte es einfach schaffen und dabei nicht völlig kaputt sein. Auf Platzierung laufen stand nie zur Debatte. Das schreddert die Orthopädie wie man am Ein oder Anderen Teilnehmer sehen konnte. Man läuft hier nicht gegeneinander. Warum auch. Es sind einzigartige Freundschaften die sich in einer der einsamsten Sportarten der Welt finden. Applaus gibt es von wirklich allen für wirklich jeden. Für den Letzten wie für den Ersten. Miteinander - nicht gegeneinander. Das ist Sport vom Feinsten und einer der Gründe weshalb ich diese Ultras laufe.

Je näher es Richtung Heimat ging umso besser lief es. Wahnsinn wie viele Menschen an mich gedacht haben, während ich meinen Lebenstraum erfüllte einmal durch Deutschland zu laufen. Die vielen Kommentare auf Facebook, Whatsapp, Emails und die Freunde und Familie an der Strecke und in der Heimat haben mich mehr als motiviert durch zu halten. Ja ich war regelrecht überrascht über die Menge an Daumendrückern und wie sehr mich das motiviert hat. Unglaublich. Never Ever hätte ich geglaubt, das so viele Menschen mitfiebern und Anteil nehmen an meinem Lebenslauf. Ich danke euch allen von Herzen dafür! 

Würde ich das nochmal tun? Solch ein Deutschlandlauf mit 19 Etappen ? Klare Antwort: Nein, nicht als Teilnehmer.

Es ist etwas besonderes. Keine Frage. Aber warum Kilometer fressen um jeden Preis statt auf Pfaden die Natur zu erkunden, warum Straßenpfosten zählen zum Zeitvertreib statt Eisvögel, Dachse oder einen Schwarzspecht oder Rehe zu beobachten. Warum Abgasluft einatmen statt die Jahreszeit und das Wetter am Duft zu erkennen? Der Ein oder Andere mag sagen „weil es eben Spaß macht und geil ist“. Ok akzeptiert. Für mich ist das halt anders. Ich mag es den Boden unter den Füßen mit möglichst wenig Dämpfung zu spüren, reagieren auf das Gelände, eins sein mit der Natur und dahingleiten wie ein Tier in seinem Terrain. Oh was habe ich über diesen Vergleich einmal gelacht. Aber ich gebe es zu: Das ist es was mir Spaß macht und was ich am laufen Liebe. 

Was kommt jetzt: 

Jetzt kommt Familie und Freunde und das Geschäft! Arbeit muss sein und es stehen ein paar Veränderungen an. Läuferisch habe ich immer gesagt ich plane nicht über den DLL hinaus. Das war jetzt nicht ganz korrekt von mir denn mein Plan für 2018 ist schon ganz schön voll. Aber ich habe natürlich nur von 2017 gesprochen  . . . . OkOkOk mittlerweile hab ich schon wieder Lust richtig zu laufen . . . Eine Idee hab ich da ja auch - oder zwei . .. Bisher habe ich mich mal von ein paar Laufschuhen getrennt. Nun ist wieder Platz im Regal für Neue. Ziemlich sicher werden das dann aber Trailschuhe sein .... und Crocs - das muss ich einfach pronbieren. 

Danke an euch alle für`s Daumen drücken, mitfiebern, da sein, helfen, unterstützen, trösten und für alles andere. 

Im Ziel - Foto Jörg Schreiber  Danke Steve - sensationell   Teilnehmermedaille und Pokal

Etappe 19 - zugepackt !

Ich hatte mich für den Start um 6 Uhr entschieden. Lieber eine Stunde mehr schlafen, im Rhytmus und oben etwas mehr Zeit haben. Die angedrohte Gepäckkontrolle zwecks der Pflichtausrüstung blieb aus. Ich glaube der Veranstalter hat es nach den neuerlichen Virusattacken in der Nacht bei einigen Läufern schlichtweg vergessen. 

Am Berg gibt es keine Gnade und so ist klar das das Komplettprogramm im Rucksack war. Mit etwa 15 anderen ging es um 6 Uhr los. Der Großteil startete bereits um 5 Uhr weil doch alle sehr großen Respekt vor der Etappe hatten. Einige Läufer waren deutlich gezeichnet von den Strapazen der vergangenen Tage und vom kursierenden Virus. Da hatte ich wirklich Glück, das mich das nicht betroffen hat. 

Zunächst ging es zur Partnachklamm. Wer bis hierher ohne Licht unterwegs war fing ziemlich schnell an die Lampe raus zu holen. In den kleinen Tunnels war quasi keine Sicht zu dieser frühen Uhrzeit. Am Ende der Klamm hatte ich für einen kurzen Moment nicht aufgepasst und mir dermaßen den Kopf angeschlagen, das keine Lampe der Welt in den nächsten Sekunden das Licht anbekommen hätte. Aua, bzw AUA. Ein kurzer Griff unter die Mütze und ein Blick auf blutige Finger verrieten die Schramme. Aber alles halb so wild und es ging zügig weiter Richtung Reintalangerhütte. Auf halben Weg ein lächelnder Wanderer mit den Worten "hallo Chris, ich wollt mal sehen wie es dir geht". Wow. Roland aus Ulm. Extra Nachts um 3 Uhr los gefahren um mich beim Endspurt auf die Zugspitze anzufeuern. Sehr cool Roland und vielen Dank für diese tolle Überraschung.

Nach einer kurzen Einkehr an der Reinatalangerhütte ging es zügig weiter Richtung Ziel. Nun wird der Weg steiler und immer anspurchsvoller bis zur Knorrhütte. Noch mal Flüssigkeit aufnehmen und dann ab zum Sonnalpin - dem Ziel des Deutschlandlauf 2017.

200m vor dem Ziel winkt Richard. Extra gekommen um mich da oben am Ende meines "Lebenslauf" in Empfang zu nehmen. Ich bin sehr gerührt und wir wissen beide was es dem anderen bedeutet als wir uns in die Arme fallen. 
Dann geht`s weiter ins Ziel . . . Ein Wahnsinns Gefühl.

Am Ziel. Geschafft. Deutschlandläufer. Stolz. Emotional. Glücklich. Zufrieden.

Den letzten Anstieg zum Gipfel nehmen wir mit der Bahn. Ein Gipfelbild will ich trotzdem. Das Schotterfeld ist gerappelt voll mit wackeligen Wanderern. Die Beine fühlen sich topfit an, aber das war sicher endorphinbedingt. Die Zugspitze wird noch eine Weile da sein und dann geh ich in aller Ruhe mit einem lieben Menschen da rauf und genieße dieses Gefühl nochmal.

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Etappe 18

Alle sind müde. Auch der Veranstalter. Und aus diesem Grund ist heute Start für alle erst um 6:30 Uhr. 

Füssen - Garmisch. Die Strecke hatte ich mir im Juni schon mal angesehen. Der Wetterbericht sagt Temperaturen bis 32 grad voraus und der Körper sagt pass auf mich auf. Schmerzfrei laufen geht mit diesem Schienbein nicht und so beschließe ich heute das Allgäu wieder so zu genießen wie es der Körper eben zulässt. Bei toller Morgenstimmung ging es durch die Altstadt von Füssen, an den Lech und über die Königstraße nach Garmisch. Alles in allem hat es dann etwas über 9h gedauert und auch gut geklappt. Highlight: zur Halbzeit fanden wir einen schönen Biergarten und dort gab es ein frisches kühles Weizen. 

Schon mal ein kleiner Vorgeschmack auf das Zielbier an der Zugspitze. 

Morgen wird unterschiedlich gestartet. Um 5, 6, 7 oder um 8 Uhr. Jeder kann sich selbst einteilen. Das Vorhaben vom Sonnalpin aus als Gruppe aufzusteigen wird von uns Teilnehmern einstimmig abgelehnt und so ist Zielschluss am Sonnalpin. Alle sind einfach zu müde und zu angeschlagen und der Respekt vor der letzten Etappe sehr groß. Wer weiter will kann dann in eigener Regie bis zum Gipfel weiter machen. 

Ein Virus hat sich in die Gruppe eingeschlichen und viele sind seit letzter Nacht ständig unterwegs zur Toilette. Ich persönlich halte den letzten Aufstieg für viele Teilnehmer ohnehin für grenzwertig, hoffe selbst aber das wir aufsteigen. Schon allein weil ich diesen Berg immer wieder besonders finde, gerade diesen Aufstieg sehr gerne mag und mein Körper schmerzfrei steigen, aber nicht laufen kann. Also bloß kein alternatives Schaulaufen in Garmisch . . . 

Dann mal gute Nacht. Morgen ist Finale, es geht ja rauf und dann werde ich zupacken !

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Etappe 17

Start in der zweiten Gruppe um 6 Uhr!
Der Plan: zügig aber vernünftig die ersten 10-20km bevor es richtig heiss wird. Das Schienbein schmerzt und ich bin froh mich für weichere Schuhe entschieden zu haben. Als Tagesetappenläuferin ist heute Martina dabei. Ich sehe sie etwa 20 Minuten, dann ist sie ganz weit vorne weg.

Ein gut zu laufender Radweg in gebührendem Abstand zur A7 bringt uns Richtung Kempten.  Km 42,2 erreiche ich nach 5h10min. Mehr will die Orthopädie und der Kopf heute sowieso nicht und das ist auch in Ordnung. Es geht in den Kemptener Wald. Pilze suchen wär jetzt was oder vielleicht ein Abstecher zur Alpe Mehlbock . . .
Ok das hat es nicht gebraucht. Ein sehr netter Autofahrer hat mir im vorbeifahren  eine Flasche Wasser spendiert. Einfach so. Genial. 

Ab km 45 hat dann das rechte Sprunggelenk angefangen zu zicken und die Hitze  wurde noch unerträglicher. Also hieß es das Allgäu weiter zu genießen  und sich vernünftig vorwärts zu bewegen. Das Ziel ist am Donnerstag die Zugspitze. Platzierungen sind bei diesem Rennen eh völlig egal. Hier finisht nur wer sich spät oder gar nicht verletzt. Soweit die Prioritäten ! Nun wird erholt und morgen geht es über knapp 60km auf nach Garmisch.

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Etappe 16

Ulm - ihr seit der Hammer.
So viele Freunde und Bekannte heute am Start und an der Strecke. Der Tagesablauf wurde aber zunächst von RegioTV Schwaben unterbrochen. Kurz nach dem Frühstück wurde ich erst mal zum Interview gebeten. ...komische Sache das. Dann ging es los in Richtung Ulm, an Donau und Iller weiter bis nach Memmingen. 

Die ersten 30km liefen sich noch recht euphorisch heute. Viele Bekannte Gesichter hatten sich für die Etappe mit angemeldet. Allerdings wollte ich unbedingt im Rythmus bleiben und hatte diesen auch recht schnell wieder gefunden. Offensichtlich aber zu euphorisch und auch zu schnell, denn dann wurde es etwas zäh. Die Füße fingen an weh zu tun und irgendwie bekam ich die Kraft nicht mehr auf den Boden. Ok, ich glaube aber auch das ich die letzten Tage warhhaftig über meinem eigentlichen Niveau gelaufen bin, dann darf es auch mal zäh sein.
Glück hatten wir mit dem bewölkten Himmel, so dass uns die Sonne erst am Ende der Etappe gegrillt hat. An Verpflegung 6 dann nochmal bekannte Gesichter - extra hier her gefahren. Echt der knaller Leute. Nach 7h43min hatte ich die 68km hinter mich gebracht. Duschen - essen - und heute nochmal Physio - Juhuuu ! Thomas Bratkartoffeln und ein Zielbier gehören jetzt auch schon fest zum Tagesritual.

Trinken trinken trinken ist angesagt, auch wenn ich dann des Nachts wieder unterwegs bin. Das was heute raus geschwitzt wurde musste unbedingt wieder rein. Morgen werden es knapp 80km werden umit über 30 Grad. Die Startzeit ist aus diesem Grund auch 1h vorverlegt. Das klingt vernünfig. 

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Etappe 15

Heimspiel - ganz klar !

Tolle Unterstützung heute auf der Strecke, so das die 56km wirklich sehr kurzweilig waren. Claudio stößt bereits beim Start in Lichtenwald dazu. Heiner bei km 12, Kay bei km 33 und Michi bei km 42 dazu. Ich fühl mich fast ein bisschen wie Forrest Gump. Am letzten Verpflegugspunkt viele Freunde die mich anfeuern und mir damit eine große Freude bereiten. Im Ziel treffen wir einen Teil unserer Laufgruppe und es ist einfach toll wie alle Anteil nehmen an diesem Erlebnislauf. Verwöhnt werde ich mit frischen Nussecken, Käsespätzle und Pizzastange. Prima gehaltvoll und genau das Richtige nach diesen vielen Kilometern. Leute ich hab alles verputzt, bevor es zum Essen ging. 

Dann kam endlich die langersehnte Physio. Seit 14 (!!) Tagen hab ich mich drauf gefreut. Danke Tanja, das du deinen Sonntag nachmittag geopfert und mir die Beine gerade gezogen hast. War ja nicht unbedingt Wellness . . . Morgen dann auf ein neues in Memmingen :-)

IMG 2149    Physio

Etappe 14

Das war hart!

88km, 1450Hm standen heute auf dem Programm. Bis zum mittag war uns eine leichte Wolkendecke wohl gesinnt. Doch dann setzte sich die Sonne gnadenlos und unerbittlich durch.
Eine schöne Strecke an der badischen Weinstraße entlang. Ziemlich genau zwischen Stuttgart und Heilbornn hindurch Richtung Südosten. Durch Weinberge oberhalb der Neckarschleife mit tollen Ausblicken und auf kleinen Landstraßen die uns weiter transportierten.
Wunderschön das malerische Schillerstädtchen Marbach. Leider wurden es dann durch die Organisation spontan 91km - natürlich nicht absichtlich. Das war bei der Hitze echt hart und leider auch nicht angekündigt. An der VP8 standen dann Anja und Claus, und puschten mich den Berg hinauf zur Verpflegung. Was für eine Überraschung ! Und dann kam Anja sogar noch mit für die letzten Kilometer bis zum Ziel. Das war wirklich kurzweilig und lustig und hat mich nochmal extra motiviert. Nix auslaufen und Regenerationsmodus einschalten . . . 

Im Ziel: Überragend! Was der TSV Lichtenwald hier auf die Füße gestellt hat. Wir Läufer mussten uns wirklich um nichts kümmern. Eiswannen für die Füße, Getränke soviel man wollte, Essen im Überfluss für alle. TipTop Sanitär und viele freundliche Hände und Helfer. Vielen herzlichen Dank für dieses tolle Finish. Das hat dann doch über den ein oder anderen zusätzlichen Kilometer hinweg getröstet.

Neckarschleife  GOPR0633   
rechts hinten das Schillerhaus   

Etappe 13

Start: Westhofen
Ziel: Schloss Eichtersheim
Dazwischen: 77km, 479Hm

Die Rituale am morgen sind gefestigt. Start war heute um 6 Uhr früh und los es ging es gleich mit einen wundervollen Sonnenaufgang. Irgendwie lief es nicht so schlecht, auch wenn es sich gar nicht so angefühlt hat. Km 28 nach 3h ist für diese km in den Beinen schon ok. Bei km36 spornte mich Wilma, die Niederländische Läuferin an den ersten den Marathon heute unter 5h zu laufen. Gesagt - getan! Jetzt hatte ich meinen Ryhtmus und als es vor Heidelberg an den Neckar auf einen schönen eingewachsenen Uferweg ging, war ich so richtig in meinem Element. Rein in die Stadt, rüber über den Neckar, Versorgung und weiter. Hier war die Streckenführug leider nicht so anschaulich gewählt. Dafür etwas Abseits vom Verkehr. Man kann eben nicht alles haben. 

". . . von Sylt nach Heidelberg . . . den Rest schaff ich auch noch."

Aber erst musste ich mit einem kleinen Verlaufer klar kommen - der Ryhtmus blieb aber und das war cool. Die Grundpace von Wilma und mir hatten sich nicht so gut vertragen und so war ich bald wieder allein unterwegs. Es ging flott dahin von einer Verpflegungsstation zur nächsten wo jedes Mal zuverlässig Peter auf mich wartete. Nach der letzten Verpflegung wollte ich in den Regenerationsmodus schalten - so der Plan. Dann kam die niederländische Nationalläuferin und wollte mich zum Endspurt mit nehmen. Zum Glück konnte ich widerstehen und blieb im Regenerationsmodus. 8h59min  zeigte die Uhr beim Zieleinlauf. Damit kann ich mehr als zufirieden sein. Morgen geht es wieder weiter Richtung Heimat. 88km und 1400Hm - das wird nochmal ein Brett, aber ich bin gerüstet, denn es geht ja Richtung Heimat !

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Etappe 12

 
Der Tag begint wie die letzten auch. Der Wecker klingelt heute erst um 5 Uhr. Erst Füße versorgen und dann ab zum Frühstück. Was hab ich mich auf frische Semmeln gefreut. 
Heute ist Start für die flotten von gestern um 8 Uhr. Also darf ich morgens auch mal gemütlich. Nach dem ausgiebigen Frühstück war sogar noch etwas Zeit für Yoga und blackroll. Das hat mal sicher nicht geschadet, weil das bisher deutlich zu kurz kam. So viel Zeit ist einfach nicht. 

Hmmmmmmmmmmmmmmm . . . 

Irgendwas ist anders als ich am Start stehe. Ok die kenn ich alle von hinten, dass wird sich auch heute nicht ändern. Aber irgendwie..... Ups stimmt. Es regnet nicht ! Scheint als hätte mein Schlechtwetter-Imagefilm von gestern Früchte getragen. So sollte es heute auch perfektes Laufwetter bleiben. Bewölkt, leichter Wind und etwa 18 Grad. Läuferherz was willst du mehr.
Bis Bingen geht es am Rhein entlang und dann direkt in die Weinberge in Richtung Westhofen. Abwechslungsreich auf kleinen Landsträßchen und Trails durch Dörfer und über ein wenig Bundesstraße. Unterwegs war wieder Besuch von meinen Schwiegereltern mit ordentlich röhrendem Auspuff. 

Babett ist wieder angereist und will das Ding hier zu Ende bringen. Es muss wohl raus aus dem Kopf, was ich nur zu gut verstehen kann. Ich drücke dir die Daumen das du findest was du suchst !

Morgen geht es ab nach Eichtersheim - 77km - Start 6 Uhr ! 

Bildschirmfoto%202017 07 27%20um%2018.01.25   Blick von der Jugendherberge Rheintal Oberwesel

Ein Plätzchen frei?   GOPR0573

 

Etappe 10 & 11

. . . es blieb folgenlos!
Dienstag:
Langsam bin ich es angegangen - die ersten Kilometer. Die Wetterlage war stabil. Regen von hinten und Wind von oben. Oder anders rum? 
Bad Godesberg, Siebengebirge, Remagen, Andernach und schließlich Mühlheim-Kärlich. Gut ist es gelaufen und Peter hat seine Feuerprobe gut bestanden. Morgen geht es ins 55km entfernte Oberwesel.


Brücke von Remagen   Brücke von Remagen am Rhein

Mittwoch:
Um 6 Uhr ging es wieder mit der langsamen Startgruppe los. Wie wir das in den letzten Tagen gewohnt waren, hat es auch heute beim Start angefangen zu regnen, um kurz darauf in einen üblen Wolkenbruch zu wechseln. Kilometer um Kilometer kämpften wir uns von Mühlheim-Kärlich Richtung Koblenz wo die erste Verpflegung am Deutschen Eck damit beschäftigt war nicht weg gespült und weg geweht zu werden. Dieses Wetter sollte uns bis etwa km15 begleiten und von da an wurde es immer freundlicher. Den Rhein entlang ging es u. a. durch Spay, Boppard und Sankt Goar vorbei der Loreley nach Oberwesel. An der VP5 standen Richard und Irene (meine Schwiegereltern) zur Überraschung. Extra Motivation für die letzten 5km ins Ziel. Der Weg führt über einen schönen steilen Trail zur Rhein Jugendherberge Oberwesel. Für mich die schönste Etappe des DLL bisher! Fazit: Zu schnell gelaufen - Spaß gehabt - Landschaft genossen - gut gegessen. Jetzt schnell ins Bett und gut schlafen. Bin in der schnellen Gruppe gelandet und starte morgen erst um 8 Uhr. Das ist fein und nimmt manchen Streß. Allerdings möchte ich morgen wieder in der langsamen Gruppe landen, denn die nächsten drei Tage bringen noch 230km.



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Etappe 9

Der Wecker klingelt um kurz nach 4. Ich hatte in der Nacht beschlossen so zu tun als ginge ich laufen. Einfach für mich. Heute ist Uschis Abreise und Peter kommt als mein Supporter. Ein schweres Erbe Peter aber ich freu mich riesig drauf. Tina kommt aus Köln und wird mich mit den Rad ab km 16 begleiten. Diese beiden wollte ich defnitiv nicht hängen lassen und ausserdem ist es wie ein Neuanfang. 

Über 1h bin ich beschäftigt die Blasen an den Füßen für`s laufen zu versorgen. Um 5:30 steige ich aus dem WoMo und schlendere zu Frühstück. Seltsam entspannt fällt mir auf. Drinnen totale Hektik. Alle müssen um 5:40 fertig zum Abmarsch sein weil der Start aus irgendeinem Grund nicht direkt am Quartier ist. Sollten wir nicht auf unsere Regenertation achten? Die Nacht verkürzen trägt ja nicht gerade dazu bei . . 

Pünklich um 6:20 ( !!! ) geht es dann an der Burg in Solingen los. 50m nach dem Start biegen wir auf einen Trail durch das Bergische Land. Ein Traumtrail. Leider hat es auch pünktlich zum Start angefangen zu regnen. Im Wald ist es noch ziemlich dunkel und die Sicht nicht wirklich gut. Traillaufen ist jetzt genau das richtige. Die Beine werden immer lockerer und laufen ziemlich da vorne mit und es macht mir einfach Spaß. Natur atmen. Genau richtig heute. Die Versorgung der Füße war fast perfekt gelungen und so ging es leicht dahin. Einen technisch so anspruchsvollen Trail nach 640km in den Etappenlauf zu integrieren birgt allerdings schon ein gewisses Risiko für die müden Teilnehmer. 
Ausser einigen Verlaufern weil die Markierungen nicht zu sehen waren ist aber nichts passiert und so traf ich nach raschen 16km auf Tina mit dem Rad. Füße nachjustieren und weiter. Das war heute sehr kurzweilig. Tina ich danke Dir! Und plötzlich war da Köln. Viel zu schnell eigentlich aber ich bin hier um Spaß zu haben. Und den hatte ich heute ! Mein Support stand schon an der V5. Tag der Veränderung - Peter für Uschi. Die letzten km sind wir in den SchlenderPlaudermodus gefallen und haben die Regenerationsphase damit enigeleitet und wirklich SO viel Spaß gehabt. Tina - ich hoffe dein Hintern erholt sich schnell vom rumsitzen. Nun mal sehen ob das für morgen folgenlos geblieben ist. Start ist um 6 Uhr und auf dem Program stehen 58 flache km nach Mühlheim-Kärlich.


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Etappe 8

Der Tag beginnt mit einer Odyssee an den Füßen. Bis alles versorgt war dauerte es fast eine 3/4 Stunde. Das kann ja heiter werden. 

Aber es kam noch dicker. Jetzt ist klar, das Babett mit diesem shint splint aus dem Rennen ist. Sicherlich ist auch ihr Ausfall den extrem harten Etappen bis hierhin geschuldet. Leider ist auch kein Physio Team vor Ort um die lädierten Läuferbeine etwas zu entlasten und am Leben zu halten. Babett ist das 13. Opfer mit shint splint, das aus dem Rennen gehen muss. Das spricht für sich. Die Masseurin die auch Mädchen für alles ist kann ihrem Arbeitsaufkommen gar nicht gerecht werden. Sie macht so schon immer bist das Licht aus geht. 

Der Tag beginnt und pünktlich beginnt es zu regnen. Und wie ! Es schüttet wie aus Kübeln und das Wasser läuft in Bächen über die Straßen und Wege. Das kann heiter werden. 83km sind heute zu bewältigen. Nach der ersten Verpflegung an der Bundesstraße laufe ich flott weiter. Man ist das ja jetzt gewohnt stupid an der Bundesstraße und so habe ich eine Abzweigung verpasst. Die Markierung weg gewaschen von diesem Regen. Das tut weh! Knapp zwei zusätzliche km zurück und dann an einem Kanal entlang Richtung Dortmund. Hier geht es mittem durch die Stadt. Tote Hose, war ja erst 7:15 Uhr. Sehr mutig heute vom Veranstalter die Überquerung einer nicht gesicherten Gleisanlage! Ich muss glatt mal nachlesen was dazu im Regelbuch des DLL steht. 

Meine Füße schmerzen mittlerweile wieder enorm. Zwischendurch hatte ich wieder Schuhe gewechselt und versucht das Übel darin zu ignorieren. Aber heute geht das gar nicht. Ich schleppe mich nach Wuppertal. Schwebebahn, stinkende Autos, schöner grüner Wald irgendein langer Tunnel und das Tief meines Lebens. Ich hatte ich das Gefühl hier geht einfach alles kaputt. Das ist es nicht wert. Am Tag zuvor kommt ein Zeitungsartikel über mich. Leitsatz: "Laufen muss einfach Spaß machen sonst funktioniert das nicht richtig". Das verfolgt mich hier den ganzen Tag. Macht das hier noch Spaß? Kilometer schruppen bis man stehend ko ist? Asphaltautobahnen abarbeiten und dabei die Leichtigkeit des Laufens verlieren? Warum sollte man sich diesen Schmerz unnötig zuführen? "Wenn ich mal so daher komme höre ich auf" hatte ich mal gesagt. So nicht. Und so beschliesse ich diese Etappe zu Ende zu bringen. Kämpfen muss man und verlieren mit Anstand.
Dann traf ich Robert und Bernhard und irgendwie fing es an bei einer spaßigen Plauderei wieder runder zu werden. Also ich spreche von runder und nicht von rund. Aber das war ok. In Solingen war ich dann nach knapp 14h. Vorher durften wir noch den Ein oder Anderen knackigen Anstieg bewältigen. Wenn ich morgen nicht an den Start gehen kann werde ich pausieren bis es eben wieder geht und dann einfach weiter machen. Ich lasse mir von einer mittelprächtig organisierten Veranstaltung nicht meine Laufleidenschaft und den Spaß daran nehmen. Aber auf die Zugspitze gehe ich !

Man muss ja nicht DortmundFan sein aber das hat was  Wuppertal  lang und kalt war`s da drin   

Etappe 7

Bei strömenden Regen ging es zur 7. und längsten Etappe des Deutschlandlauf. In strammen Schritt geht es ab 5 Uhr zusamen mit Babett durch den Teutoburger Wald in Richtung Werne. Eigentlich eine wundeschöne Landschaft, die bei diesem Wetter leider nicht so zu genießen war.

Nach 25km hatte der Himmel aber ein Einsehen und es blitzte etwas die Sonne durch. An der nächsten Versorgungsstation dann sofort Schuhe und Socken gewechselt um Blasen zu vermeiden. Zu spät und nicht zu knapp! Einige der fiesen Dinger waren schon da. 

Jetzt wird es heiß und schwül aber wir lassen uns nicht unter kriegen. In einer kleinen Eisdiele unterwegs gibt es das Deutschlandlaufeis. . . . 
Schoko, Himbeer und Mango. Sehr lecker ! 
Irgendwann kam zur Abwechslung mal eine Bundesstraße - diesmal die B51. Hier ist es auch ganz nett.
Es wird immer heißer. Durch das viele gehen ist die Achillessehne sehr friedlich. Dafür bekomme ich Blasen an den Fersen. Bei Babett entwickelt sich zusehends ein shint splint (Schienbeinentzündung). Leider gab es bei dieser Hitze keine zusätzlichen unbemannten Wasserstationen und auch kam man nicht durch Ortschaften um sich etwas kühles zu kaufen. Also musste es einfach von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt gehen. 

Für Babett wird es immer schwerer. Bei shint splint kann man echt nichts machen. Wer damit schon mal versucht hat zu gehen geschweige denn zu laufen weiß was das bedeutet und sie spult hier km um km damit ab. Nach 14,5h waren wir dann im Ziel und irgendwie hat das Zielbier an diesem Tag überhaupt nicht geschmeckt. 

Halbzeit Königsetappe 90km       Deutschlandlaufeis

Etappe 6

Ein echt zäher Start heute. 
Die Achillessehne zwickt und ist ordentlich geschwollen. Was würde ich jetzt zu meinen Patienten sagen... Zum Glück bin ich derzeit im Urlaub und kann mich voll auf mich selbst konzentrieren und brauch keinen Physio fragen. 

Die ersten Meter sind echt schwer. Aber nach etwa drei km streckt sich der Tross und ich finde hinter Lionel einen halbwegs schmerzfreien Rhythmus. Es geht - wen wundert es - mal wieder an einer Bundesstraße entlang. 
Der Plan ist laufen und gehen im Wechsel. Morgen is die Königsetappe mit gut 90km. Also heißt es den Körper schonen (wenn man davon bei solchen Distanzen überhaupt sprechen kann).

Soweit so gut. Ab km 27 gingen dann so langsam die Muskeln zu. Kürzere Lauf- und längere Gehstrecken mussten her. Machte aber nichts, weil ich sehr gut in der Zeit lag. Klar, man schont die eine Struktur, aber fordert eine andere dafür umso mehr. 

Mittags gingen die Wolken weg und die Sonne kannte  zwischen den Korn- und Maisfeldern keine Gnade. Mittlerweile sind wir abwechslungsreicher, überwiegend auf kleinen ländlichen Straßen unterwegs. Lauschige Häuschen gibts hier und eine uralte Mühle und man kann so langsam wieder genießen was man hier tut. Auch die Landschlaft ändert sich merklich, es wird langsam hügelig. Die letzten km ging es dann noch durch einen schönen kleinen Waldtrail, der mich alles vergessen ließ und so richtig Spaß gemacht hat. Im Ziel. Halbwegs geschont, trotzdem müde, recht zufrieden - Zielbier! Etappe 6 - check !

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Deutschlandlauf Etappe 4 & 5

Mittwoch
Was war das heute?
Das wichtigste: angekommen! Geduscht, massiert, gegessen.

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Das waren 15km durch eine der schönsten Städte Europas, 30km völliger Flow und 25km Kampf gegen die Hitze, den Kopf und die wirklich bescheidene kilometerlange gerade Bundesstraße. Da kann man wirklich vergessen wie Kurven laufen oder abbiegen geht. Irgendwo waren dann noch ein paar km rum gelegen, so das wir am Ende auf knapp 82km kamen. Ich habe fertig!

Donnerstag:
Heute ging es von Rotenburg / Wümme nach Sulingen in Niedersachsen.

Wenn jemand mal ne 20.000 Meter Bahn für ein Training sucht….. Ich kenn da jetzt ne Menge Bundesstraße…. Wenn du da kräftig die Augen zusammenkneifst erkennst glatt das Ortsschild von Verden. Oder du nimmst nen Feldstecher, dann kannst das vielleicht sogar lesen. 

Ein paar km weiter ging es dann südlich von Bremen über die Weser und weil Wasser nur unten nicht so schön prickelt kam das dann auch prompt von oben. 19 Grad Lufttemperatur - knackiger geradliniger Regen von oben und ne zwickende Achillessehne. Irgendwie ging es aber doch und so ging der Lauf wieder über die verschiedensten längen von Geraden Straßen nach Sulingen. Ich wollte ja Tempo raus nehmen . . . .  Äh also - naja. Es kann ja nicht alles funktionieren an so einem Tag….
Im Ziel nach knapp 9 Stunden erst mal der Regenerationssmoothie und dann ordentlich Flüssigkeit nachfüllen. 

 

Etappen 2 & 3

Ihr wollt wissen wie es weiter ging ? 

Gestern bei Etappe 2 standen 86km auf dem Programm. Der Plan war die Sache langsamer anzugehen als am Vortag und damit in der langsameren Startergruppe zu landen. Eine schöne Abwechslungsreiche Strecke war das. Kurzweilig, gut markiert und das Land hier oben ist prima flach zum rollen. Der Race Plan ging auf und so ging es dann heute um 6 Uhr los Richtung Hamburg. 

Vielseitige Wegführungen

Heute am Tag 3 war die Strecke eher zweckmäßig um zügig (ok „zügig“)  von a nach b zu kommen. Bundesstraße, Landstraße,, Kreisstraße, Bundesstraße usw. Und irgendwann Stand da Hamburg. Sehr geil. Die anderen Käffer kennt kein Mensch. Aber nach Hamburg zu laufen hatte irgendwie was. Gegen Ende gönnten wir uns etwas Zeit und haben ein paar Kilometer den Regenerationsmodus eingeschaltet. Damit kann man ja nicht früh genug beginnen. . .  Die Uhr zeigte am Schluss 79km und 9h42Minuten. Genug Zeit also um Kalorien zu bunkern, jede Menge zu trinken, und sich auf den morgigen Tag vorzubereiten. Da geht das dann über 79km u.a. durch den Elbtunnel, den Hamburger Hafen und weiter nach Rotenburg/Wümme
 Stadtgrenze Hamburg

Start zum Deutschlandlauf 2017

 

Die Nacht war trotz der Aufregung überraschend gut. Der Wecker war 5x gestellt damit ich auch auf gar keinen Fall verschlafe. Die Rituale müssen sich noch einspielen aber es sind ja noch ein paar Tage Zeit. 
Um halb sieben ging es zum Bahnhof nach Husum von wo aus wir mit dem  Zug nach Westerland auf Sylt gebracht wurden. Hier ging es dann mit dem Reisebus weiter nach List am Ellenbogen - der nördlichste Punkt Deutschlands. Der Tag begann kulturell mit einer Inselführung durch den Busfahrer - nice ! 

Es fing zu nieseln an und die Bewegungen der Bäume liessen erahnen das es ziemlich windig ist.Trocken wäre ich gern gestartet . . . 

Am Ellenbogen angekommen mussten wir durch die Dünen zum Start am Strand und dann ging es auch schon los. Manche rasten davon, andere trabten vor sich hin. Nach zwei km traf ich Frank. Wir wollten beide so laufen das wir morgen und der langsamen Startgruppe landen. Soweit der Plan. Aus dem Nieselregen wurde mehr Regen und aus dem Wind wurde starker Wind der uns von allen Seiten - aber natürlich am kräftigsten von vorne - bekämpfte. Nach 3h40min waren die ersten 35km geschafft. Soviel zum Plan der langsamen Gruppe . .  

Nachdem wir mit dem Zug wieder in Klanxbüll angekommen sind wurde der Lauf wiederum gestartet und es ging zum Etappenort nach Enge Sande. Das Wetter meinte es jetzt aber gut mit uns. Trocken, Sonne-Wolken-Mix und 16 Grad - perfekt. 
Hier wurde für uns ein tolles Salatbuffet organisiert, gegrillt und vegan gekocht. Um 21 Uhr Briefing für die zweite Etappe morgen nach Jevenstedt - 86km. Zum Plan: Start um 6 Uhr. Dafür kann ich in Ruhe meinen Kaffee trinken und ewas länger liegen bleiben.

Das muss morgen unbedingt defensiver angegangen werden. 
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Auf zum Deutschlandlauf 2017

Im Januar 2016 habe ich zum ersten mal vom Deutschlandlauf gehört. Da ich schon immer vor hatte einmal durch unser Land zu laufen, waren die Überlegungen schnell abgeschlossen und die Anmeldung raus. Schwupp dabei :-). Seither habe ich mich körperlich und mental immer mehr darauf eingestellt. Alles rückte immer mehr in den Fokus des Deutschlandlauf 2017 von Sylt auf die Zugspitze in 19 Tagen. 1300km - über 14000 Höhenmeter. Das Laufen in der Natur wurde weniger, der erste Straßenultra kam. Taubertal100 - Manno was taten mir die Füße weh.

Alternativen von Schuhen wurden gesucht und gesichtet und jede Menge Kilometer abgespult. Klamotten angeschafft, Energieriegel und Gels getestet und die richtigen Mischverhältnisse definiert. Ausserdem habe ich mich um ein eigenes Supportteam gekümmert. Von Fred kommt das Wohnmobil, so dass mir der Turnhallenboden in den 19 Tagen erspart bleibt. Meine Frau wird mich auf der ersten Hälfte bis Köln unterstützen und Peter wird sie dort ablösen. Ein herzliches Dankeschön an euch beide das ihr das für mich auf euch nehmt. 

Nun geht es los. Die Reise beginnt ein paar Tage früher. Klar. Schließlich will ich ja nicht zu spät zum Start kommen ;-). Das Teilnehmerfeld ist sehr unterschiedlich. Erfahrene Ultraläufer u. a. mit Finishs von Transeuropa-, Deutschland- und Trans-Gaul-Läufen werden am Start sein...... und ich...... 

Es geht mir definitiv nur ums durchkommen. Bestehen. Klar ist, es wird viel unbekanntes auf mich zukommen.  In der Vorbereitung an alle Eventualitäten zu denken ist schier unmöglich. Das Kommende zu meistern wird die große Herausforderung sein. Aber am letzten Tag dieser Reise werde ich auf dem Gipfel der Zugspitze stehen und wieder um viele Erlebnisse reicher sein.

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